Spam

Lebensmittelattrappen 4

Es gibt viele neue schöne Leckereien aus alten Kochbüchern. Schließlich ist bald Weihnachten und da hat man auch besseres zu tun, als stundenlang in der Küche zu schuften… Toast Hawaii? Ebenso exotisch und doch mal ganz anders: Peach-SPAM Fiesta: Dazu einfach Dosenfleisch halbieren, mit süßem, fertig gewürzten Dosenkartoffelbrei bestreichen, die obere Hälfte auflegen, mit Senf-Sirup und Dosenpfirsisch garnieren - und dann für eine gute halbe Stunde in die heiße Bratröhre damit. Köstlich! Da lacht die Hausfrau - auch wenn ich nicht wüsste, wo man hierzulande süßen Dosenkartoffelbrei bekommt.

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1-Euro-Schuh, die Zweite

Der 1-Euro-Schuh. Das lässt mich gar nicht mehr los. Vielleicht liegt das auch daran, dass zur Zeit eine Menge rührseliger Reklame läuft, in der sich Firmen mit “Spendenaktionen” selbstbeweihräuchern. Beim Windelkauf was Gutes für die armen kranken Kinder tun, Bier trinken für den Regenwald - überall wird uns suggerriert, dass wir mit unserem Konsumverhalten irgendetwas bewirken könnten. Dieser Illusionen kann man sich schön auf ende-der-maerchenstunde.de berauben lassen.

Aber gut, wir bleiben bei den Turnschuhen. Unfassbar unpassender Trackback-Spam erreichte mich heute, untermalt von viel passender Online-Schuhwerbung:

Wie der Adidas Schuh aussehen soll, ist noch nicht klar. Außerdem wisse man noch nicht, ob er überhaupt die bekannten drei Streifen bekommen wird. (…) Denn auch in der Dritten Welt soll man mit (schönen) Schuhen laufen können. Wenn das mal keine nette Geste ist.

Eine nette Geste??? Und warum sollen da keine 3 Streifen drauf? Schämen sich dann die Leute, die sich die teuren Latschen leisten können, wenn die Armen auch damit rumlaufen? Aus Marketing-Sicht natürlich eine nachvollziehbare Entscheidung: Die Käufer könnten sich auch fragen, warum ausgerechnet sie mehr ausgeben sollten.

Die Herstellung des preiswerten Schuhs sei im Rahmen eines sogenannten Social-Business-Projekts geplant, bei dem der Preis eines Produkts gerade die Material- und Herstellungskosten decke. (stammt aus einer DPA-Meldung, die von diversen Online-Zeitungsausgaben, z.B. auch von Bild-Online unverändert übernommen wurde)

Kannste dir die Gewinnspanne ausrechnen, die man macht, wenn man die Material- und Herstellungskosten mal von üblichen Turnschuhpreisen abzieht.

Da drängen sich doch aber Fragen auf wie: Warum wird denn so extrem an Material- und Herstellungskosten gespart, wenn sie doch so niedrig sind im Vergleich zum Ladenpreis? Warum wird die mühevolle Arbeit der Leute nicht anerkannt? (was bin ich manchmal süß naiv…) Nein, da stellen wir lieber keine weiteren Fragen. Im Gegenteil. Spiegel-Online teasert in einer aberwitzigen Sinnfigur:

Bislang verdiente Adidas viel Geld mit Turnschuhen, die in Billiglohnländern produziert wurden. Jetzt wollen die Herzogenauracher sich revanchieren: Mit einem extra-günstigen Sportschuh für die Dritte Welt.

… und fährt dann mit besagter DPA-Meldung fort. Kann man schön dran erkennen, wie gut die gemeinte Message bei den Redakteuren angekommen ist.

Schöner Spammen

Juhu, ich habe einen neuen Hörer auf Blip.fm - johnnysmooth! Vermutlich, weil ich einen Song von Amon Tobin gepostet habe und er kurz darauf auch.

Medium: MP3
Link: MP3

Blip schlägt automatisch “neue Freunde” mit ähnlichem Musikgeschmack vor, die man alle in einem Rutsch “verfolgen” kann. Sein Profil ist allerdings tatsächlich bemerkenswert:

johnnysmooth auf Blip.fm

Er hat es geschafft, innerhalb von 10 Tagen fast 1000 Zuhörer einzusammeln - obwohl er bisher nur bescheidene 87 Songs gepostet hat. Ich sehe es auch zum ersten mal, dass jemand mehr @Replies hat als eigene Blips. Für dieses Kunststück musste er einige tausend Male klicken um sich mit 16000 Profilen “anzufreunden”. Aber es lohnt sich offensichtlich.

Folgen wir doch mal dem Link zu seinem Youtube-Profil:

Johnnysmooth auf Youtube

Ein ganz ähnliches Bild. Beinahe jedes seiner inzwischen 400 (!) Videos hat tausende Zuschauer. Nicht, dass ich mir alle reingezogen hätte… Das “berühmteste” zeigt ihn beim Malen - eine weitere Beschäftigung, der er begeistert nachgeht. Na was heißt begeistert - in seinen Videos gibt er sich betont cool. Und das kommt offensichtlich gut an.

Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

Auf anderen Diensten ist er bisher nur mäßig erfolgreich: Auf Twitter gilt es nicht viel, wenn einem genauso viele Leute folgen, wie man auch selbst abonniert. (Das ist kein Kunststück, da insbesondere neue User die Auto-Follow-Option nicht ausgeschaltet haben.)

Er hat zumindest verstanden, dass man unfassbar viel Aufmerksamkeit auf ein einzelnes Bild lenken muss, damit sich jemand dafür interessiert und es eventuell auf etsy.com kauft (zu humanen Preisen übrigens). Jedenfalls eine ziemlich zeitraubende Beschäftigung, diese Profilierung im Netz.

Free Hugs!

Suchmaschinenbesucher

Nachdem “Searchrequest” meinen Account aus unerfindlichen Gründen gelöscht hat, muss ich die seltsamen Suchanfragen, über die Menschen zu mir finden, eben selbst veröffentlichen. Die meisten meiner Suchmaschinenbesucher stolpern nämlich über abgefahrene Begriffe zu mir - was mich natürlich mit Stolz erfüllt. Aber es liegt natürlich daran, dass man als unscheinbares Nischenblog auch nur für die ganz merkwürdigen Sachen weit oben in Google’s Ergebnisseiten landet.

Für manche Themen könnte sich gar eine inhaltliche Umorientierung lohnen - falls ich je vorhaben sollte, mit meinem Blog Geld zu verdienen… So lande ich bei Google für “Hosen Blog” auf Platz 1, und hinter mir liegen ganze 1.750.000 andere Seiten. Also wenn ich das nicht kommerziell ausschlachte, bin ich selber Schuld. Leider suchen die Leute nicht sonderlich häufig nach Hosen-Blogs und ich finde das Sujet auch etwas eintönig… “Bio T-Shirts” (1. von ungefähr 2.380.000 Treffern) und “Bio Männerkörper” bringen ganz ähnliche Argumente mit sich.

Für die Kombination “Lichtgenetik Sekte” bin ich sogar der einzige, der zum Thema überhaupt etwas anzubieten hat. Erst neulich hatte ich eine Auseinandersetzung mit jemandem, der es gar nicht mochte, dass Google mir zum Stichwort “Lichtgenetik” eine enorme Kompetenz zuweist - obwohl ich es bloß als Tag verwendet habe und nicht mal weiß, was das ist. Aber es klingt ziehmlich abgefahren.

Ausgerechnet ein Post über Spam liefert mir täglich eine Reihe Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen, was Ihre Penisgröße angeht: “deutsche männer mit kleinem penis suchen japanische frauen”, “mit hypnose zu einem längern penis”, “moegen frauen einen grossen penis” und so weiter und so weiter.

Die Antwort auf diese Frage liefert übrigens eine weitere Anfrage gleich mit: “suche mann reich groß großer schwanz“. Nein, nein - auf die Technik kommt es natürlich an… hihi. Super ist auch “7 regeln einer frau zu befriedigen” - Leute, lest Men’s Health, die schreiben regelmäßig solche Sachen.

Ganz frisch kam gerade rein: “zeig mir großer penis” - manche Leute befragen Google wie eine Zauberkugl. Das ist hübsch!

Überrascht bin ich dann doch über die beträchtliche Zahl an Alternativen, die es beim Thema “Hampelfrosch” gibt: Dafür gibt es noch über 600 andere Ergebnisse - und ich dachte, ich hätte das Wort erfunden!

Man versucht natürlich auch bewusst, mit verheißungsvollen Searchstrings Besucher anzulocken: Auf meine Top10-Platzierung für “poldi nackt” bin ich wirklich stolz, denn es bringt tatsächlich die erwarteten Hits. Für nackte Fußballspieler würde sich ein eigenes Blog indes schon lohnen - aber das macht ja schon die Sandra… Ach übrigens - verkaufen sich die Shirts eigentlich gut? Mir hat mein Spreadshop ja seinerzeit nichts eingebracht.

Sonst so:

  • bauschaum in muschi
  • ufos im mittelalterliche gemälde you tube
  • Frühlingsmode die out ist
  • Hilfe - Hab ich sowas schon im Schrank?
  • was wiegt anne will
  • esoterik viel sind neidisch auf mich
  • lustige regeln fürs wc
  • alle animes die blaue herzen haben in youtube
  • dauerwellen fetisch
  • Menschen die tieren an den geschlechtsteilen rumspielen
  • lockenwickler zum kochen

Die goldene Nase

Geld verdienen im Internet - dazu bedarf es “nur” einer pfiffigen Idee. Wenn viele bereit sind, ein klein bisschen Geld auszugeben, ergeben sich unter Umständen Millionen. Die zwei Jungs von daspinkewort.de haben offenbar in Wirtschaftskunde gut aufgepasst und vor gut einem Monat eine Website aus dem Boden gestampft, die dieses Prinzip aufnimmt.

In unserer Liste befinden sich 111985 Wörter, die wir aus dem deutschen Wörterbuch importiert haben.

Diese Wörter wollen Sie nun für 1 Euro pro Buchstabe verkaufen. Als Gegenleistung wird das Wort mit einer beliebigen Seite verlinkt. Einen sittlichen Nährwert hat das natürlich nicht - aber rein rechnerisch besteht ein enormes Potenzial! Seit Beginn des Projekts sind schon 79 Wörter verkauft. Was erstaunlich viel ist.

Ob sich Käufer für Begriffe wie “Abblasetauchspulregler” (22 EUR)  oder “Zylinderkopfdichtungsschaden” (28 EUR) finden, sei mal dahingestellt. Wer mal nach einem Branchenbuch gesucht hat, weiß jedoch, dass Adressdaten oder eben derartige “Wortlisten” mit einem Schlag haufenweise Seiten generieren, die von Google alle einzeln indexiert werden.

Wir wollen hoffen, dass der gute alte Duden nichts gegen die Verwendung seiner Wortliste hat und das “virale Marketingkonzept” aufgeht… Rätselhaft bleibt allerdings, wie trotz Duden die vielen Rechtschreibfehler auf der Seite zu Stande kommen.

Ursprünglich war wohl auch ein anderer Projektname angedacht:

Das goldene Wort

Vielleicht war das den beiden dann aber doch zu offensichtlich…

Landshut

Wie bin ich nur da reingekommen?

Entweder, da hat sich jemand lustig vertan, oder es handelt sich um raffinierten Referrer-Spam.

Fipsiger Zeitaufwand, der Klunker bringt

Spam with Cheese

Sie haben allerhand Zeit und moechten diese nuetzlich fuer Ihre Finanzen aufbrauchen schreiben Sie uns an elfielfi3@freemail.ru und lassen Sie sich genauere Details zukommen.

Spam kann so poetisch sein. Manchmal bleiben richtige Klunker - pardon - Schmuckstücke im Filter hängen. Da bekommt man fast Lust zu antworten - ob es wohl um Geldwäsche geht?

Ist das ein Spam-Kommentar?

Gerade bekomme ich eine Nachricht, dass es einen neuen Kommentar zu “Was tun bei 9-Live-Sucht?” gibt. Tja - ich denke mal, der Gute hat seinen offenen Brief mühevoll überall hingekleistert. Soll man sowas nun löschen oder die Aktivisten unterstützen?! Ich lass es erstmal stehen. Vielleicht muss man es kürzen, die 9Live-Observatoren neigen ja zu Detailverliebtheit. Aber Respekt - 13 Stunden 9Live ertragen und zusammenschneiden ist eine beachtliche Leistung.

Hurra!

Wenn das mal nicht eine tolle Methode ist, Backlinks abzusahnen…

Keine Angst mehr vor Google!

Google will ja gar nichts Böses, trotzdem will es alles wissen: Den Inhalt meiner Festplatte, wo ich so überall rumsurfe, wem ich alles so schreibe. Man könnte natürlich einfach eine andere Suchmaschine benutzen - aber es gibt leider keine, die einen annähernd großen Index hätte. (Selbst wenn einiges davon SEO-Spam sein dürfte.) Übrigens surft man selbst dann nicht unbeobachtet, da viele Seiten ‘Google Analytics‘ nutzen um mehr über ihre Besucher zu erfahren!

Wie kann man sich schützen?

  1. Falls man sich für diverse Dienste bei Google registriert hat, sollte man schleunigst nachsehen, ob das Suchprotokoll aktiviert ist und vorsichtshalber komplett LÖSCHEN. (Ob es wirklich gelöscht wird, ist eine ganz andere Frage, aber es beruhigt irgendwie.)
  2. Alle Cookies löschen.
  3. Auf gar keinen Fall die Google-Toolbar verwenden / bzw. schnell raus damit!

keine angst mehr vor google

Für den Firefox gibt es sozusagen ein ‘Kondom’: Das Plugin Customize Google. Damit kann man Google umfangreich modifizieren und bekommt zahlreiche praktische Instrumente an die Hand.

  • Cookies anonymisieren
  • Keine Cookies an Google-Analytics senden
  • Die ganze Werbung entfernen
  • Links zu alternativen Suchmaschinen einblenden lassen
  • Trotzdem die prakischen Eingabehilfen von Google-Suggest verwenden (ohne die Toolbar)
  • Die Links in der Bildsuche gleich auf die Originalquelle umleiten

Nützlich ist außerdem der Filter, mit dem man gezielt Spam aus den Suchergebnissen entfernen kann - z.B. von Ebay. (Obwohl Google gegen solchen Spam angeblich vorgeht, wagt es sich das bei seinem Adsense Großkunden nicht.)

All diese Maßnahmen sorgen für einen geruhsamen Schlaf…