Naming

Naming de Knusperbröckje

Namen für Frühstücksflocken zu erfinden, das ist keine dankbare Aufgabe. Was gab es da nicht schon alles: Krispies, Loops, Frosties, Pops und Smacks von Kellogs, CiniMinis und Cookie Crisp von Nestlé, Vitalis von Dr.Oetker. Die schönste Wortschöpfung der letzten Jahre waren für meinen Geschmack “Corny Knusbits” – ganz innovativ, schließlich gab es noch nie ein Produkt speziell für Leute, die Frühstücksflocken auch mal gerne aus der Tüte essen. Eine große Herausforderung ist dabei auch, sich von Trockenfutter-Marken abzuheben: Brekkies, Crisbits oder Crox – wer will schon Tiernahrung zum Frühstück?

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Seitenbacher, seit Jahren Kult bei den Fans der Trash-Werbung, zieht seinen Style auch im Internet konsequent durch. Die nennen Ihre “Kracherle” übrigens DÜSIS: “Der Dinkel-Frühstücks- und Knabberspaß, fettarm und ballaststoffreich, ohne Zusatz von Fett, ohne Salzzusatz, cholesterinfrei.” Und grantiert geschmacksneutral, möchte man hinzufügen. Mhm, oder lecker Kakao-Düsis: “Der fettarme Dinkel-Kakaogenuss”. “A Seitenbacher Müsli, da hat ma au net so die Probleme mit der Verdauung. Woisch, des isch gut!

MyMüsli wurde just von Onkel Kellogs angemahnt, seine Amaranth-Pops doch bitte umzubenennen, “-POPs” dürfen nur die Amerikaner ihr aufgepufftes Getreide nennen. Kurzerhand hat MM nun in seinem Blog nach Alternativ-Vorschlägen aufgerufen. Falls euch auch noch was einfällt – zu gewinnen gibt es ein Müsli-Abo und diverse Merchandising-Artikel. Bezahlung in Natu- ähm “Cerealien”, das ist toll!

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Nein, das ist nicht das Passwort für mein Blog – es ist der Name eines umstrittenen neuen Kühlmittels für Klimaanlagen in Autos. Hat man je einen dooferen Namen gehört?

Da macht man sich immer über IKEA lustig, weil sie ein konsequentes Naming betreiben – dabei tragen die Produkte nicht die schlechtesten Namen. So werden von IKEA z.B. Badezimmerartikel nach “skandinavischen Seen, Flüssen und Meeresbuchten” benannt. Das macht fast irgendwie Sinn! Und wenn ich mich recht erinnere, hatten Möbel früher überhaupt keine Namen – höchtens berühmte Stühle hießen wie ihre Designer oder Hersteller. Inzwischen trifft man in vielen Wohnungen Billy, Molger oder Duderö an – wie alte Bekannte.

Von Elektronik-Herstellern ist man kryptische Zeichen-Kombinationen ja gewohnt – obwohl Walkman und iPhone wohl beste Beispiele dafür sind, dass gute Produkte immer auch gute Namen haben. Wo der Unterschied zwischen einer DMC-FX100EG-K und einem NWZ-S615FB liegt, kann man nur raten. Die Systematik bleibt für den Kunden unnachvollziehbar.

Die Produkte unserer Chemieriesen haben aber meistens lyrische Namen. Manchmal hat man fast den Eindruck, sie erfinden den Namen für ein neues Düngemittel mit Hilfe eines Fantasy-Rollenspiel-Generators. Vielleicht inspiriert man sich auch an Rennpferden? Die müssen alle einen einmaligen Namen haben – wovon leider nur noch wenige übrig sind. Zur besonderen Freude der Live-Kommentatoren… Kunststoff- oder Spritzmittelmarken heißen z.B. Calypso, Teldor, Brasan, Fandango, Champion, Degulan, Fortron, Kel-F oder Pollopas.

Ganz speziell sind natürlich auch die Waschmittel, obwohl die von jedermann gekauft werden: Vizir, Bref, Febreze, Sil und Spee? Oder ein Shampoo, das schlicht Fa heißt! Mir scheint, hier soll jedes Mal ein einzigartiger Name erfunden werden – mit dem Erfolg, dass sie sich alle seltsam ähneln.