Million

Die goldene Nase

Geld verdienen im Internet – dazu bedarf es “nur” einer pfiffigen Idee. Wenn viele bereit sind, ein klein bisschen Geld auszugeben, ergeben sich unter Umständen Millionen. Die zwei Jungs von daspinkewort.de haben offenbar in Wirtschaftskunde gut aufgepasst und vor gut einem Monat eine Website aus dem Boden gestampft, die dieses Prinzip aufnimmt.

In unserer Liste befinden sich 111985 Wörter, die wir aus dem deutschen Wörterbuch importiert haben.

Diese Wörter wollen Sie nun für 1 Euro pro Buchstabe verkaufen. Als Gegenleistung wird das Wort mit einer beliebigen Seite verlinkt. Einen sittlichen Nährwert hat das natürlich nicht – aber rein rechnerisch besteht ein enormes Potenzial! Seit Beginn des Projekts sind schon 79 Wörter verkauft. Was erstaunlich viel ist.

Ob sich Käufer für Begriffe wie “Abblasetauchspulregler” (22 EUR)  oder “Zylinderkopfdichtungsschaden” (28 EUR) finden, sei mal dahingestellt. Wer mal nach einem Branchenbuch gesucht hat, weiß jedoch, dass Adressdaten oder eben derartige “Wortlisten” mit einem Schlag haufenweise Seiten generieren, die von Google alle einzeln indexiert werden.

Wir wollen hoffen, dass der gute alte Duden nichts gegen die Verwendung seiner Wortliste hat und das “virale Marketingkonzept” aufgeht… Rätselhaft bleibt allerdings, wie trotz Duden die vielen Rechtschreibfehler auf der Seite zu Stande kommen.

Ursprünglich war wohl auch ein anderer Projektname angedacht:

Das goldene Wort

Vielleicht war das den beiden dann aber doch zu offensichtlich…

“Leuchtturmprojekt” FragFINN.de

“Mit dem Portal fragFINN.de ist der erste geschützte Internet-Zugang für Kinder in Deutschland gestartet. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schaltete am Donnerstag in Berlin die Webseite frei (Anm.: mit so einem lustigen Buzzer), die Zugang zu ausschließlich kindgerechten Angeboten bietet.”

Naja, auf den ersten Blick handelt es sich um eine dürftige Zusammenstellung von Seiten, die man mit etwas Fantasie auch noch selber gefunden hätte: Löwenzahn, die Sendung mit der Maus usw.

Das eigentlich Innovative soll wohl dieser “geschütze Surfraum sein“: Mittels Toolbar für den InternetExplorer können sich die Kinder nur auf den Seiten einer redaktionell erstellten Whitelist bewegen – für den Firefox soll sich die OpenSource-Gemeinde wohl selber was zusammenbasteln. Gut vorstellbar, dass der Sponsor Microsoft da seine Finger im Spiel hat. Kleiner Trost: So eine Tooblar kann sich jeder ganz leicht selber basteln. “Nach wenigen Klicks ist eine Toolbar für Internet Explorer und Firefox fertig, ganz ohne Programmierkenntnisse.”

Aber gut, was wirklich zählt ist, wieviele wertvolle Inhalte angeboten werden. Laut eigenen Angaben sind schon ganze 35 (!) “gute Internetadressen für Kinder” auf der Liste. Mich würde brennend interessieren, ob man nach Aktivierung dieser Toolbar noch die Sponsorenlinks wie Google oder Lycos anklicken kann… Und was ist mit den Links, die von den ‘guten‘ Seiten aus weiterführen? Ist dann da Ende Gelände?

Natürlich gibt es längst z.T. ehrenamtliche Angebote oder solche von öffentlich-rechtlichen Sendern, die genau das leisten, also einen gut gepflegten Webkatalog speziell für Kinder oder moderierte Chat-Räume. (Selbst bietet die Seite so etwas gar nicht an, sondern verweist nur auf bestehende Möglichkeiten). Blindekuh ist z.B. eine empfehlenswerte Suchmaschine speziell für Kinder und die gibt’s schon seit 10 Jahren!

Millionen von Frau Merkel

Aber ein pseudoneues Projekt reicht noch nicht: 1,5 Millionen mag man für weitere Kinderseiten ausgeben:

“Aus dem Fördertopf werden Zuschüsse für neue Projekte bezahlt. Kosten für den Unterhalt und die Pflege eines Internetangebotes können für höchstens 3 Jahre veranschlagt werden. Für besonders herausragende Vorhaben können Ausnahmen zugelassen werden. Es können Zuschüsse bis zu 200.000 Euro bewilligt werden. Ein förderungsfähiges Internetangebot darf in den ersten 12 Monaten des Förderzeitraums grundsätzlich nicht kommerziell verwertet werden.”

Das bedeutet, jeder kann jetzt also eine lustige Kinderseite produzieren, Fördergelder dafür absahnen und, wenns gut läuft, nach einem Jahr alles mit Werbung vollmatschen oder verkaufen. Kinder sind schließlich eine Supi-Zielgruppe.

Apropos Kommerz: Das ist für FragFinn.de gar kein Kriterium, Seiten wie “Barbie” oder “Toggolino” vom Privatsender SuperRTL werden bedenkenlos empfohlen. Und natürlich möchte in der Fußzeile jeder der vielen tollen Sponsoren genannt und verlinkt werden.

Warum ausgerechnet Google selbst keine “Kindersuche” anbietet, finde ich seltsam. Vielleicht mag man nichts garantieren? Für die Eltern gilt übrigens trotz allem die Aufsichtspflicht. Das ist auch garantiert sicher.

Wie wird man Millionär mit seinem Blog?

Ruckzuck mit wenigen Klicks Internet-Millionär werden – für viele ein heimlicher Traum. Die Gleichung für ein finanziell erfolgreiches Blog sieht dabei ganz einfach aus:

Content + Traffic + GoogleAds = Knete!

Content

Den Inhalt müssen Sie natürlich nicht selber schreiben, das wäre zu aufwändig! Mein indisches Programmierer-Team entwickelt deshalb für mich gerade einen Blog-Generator, der aus einer vorher angelegten Tag-Cloud fixfertige Blogs zusammenstellt, die natürlich automatisch aufeinander verweisen. Blogbeiträge und Kommentare gibt es genug – vor allem letztere sind oft allgemeingültig und austauschbar wie eine Ebay-Bewertung. Wichtig ist nur, dass so ein Blog recht belebt aussieht. Wenn man sich geschickt so 7000 – 10000 Blogs züchtet, erhöht man die Aufmerksamkeit beträchtlich.

Traffic

Jedes Blog muss natürlich am social-networking teilnehmen. Mit beliebigen Kommentaren auf anderen Blogs füttert man sich Leser an. Leider muss man auf vielen Blogs Rechenaufgaben lösen oder verzerrte Buchstaben erkennen um einen Kommentar abgeben zu können. Nun, für diesen hochwertigen Spam muss man ein wenig investieren. Ich biete einen günstigen Service an: Chinesische Kinder lösen die Rechenaufgaben! Da das sinnvoller ist, als sie 20 Stunden am Tag stumpfsinnigen Fantasy-Rollenspielen auszusetzen, betreibe ich diese Kommentar-Farmen offiziell als Grundschulen.

GoogleAds

Bis die das merken, sitze ich auf Malle und lästere mit meinem Kumpel Thomas über armselige Kindermöbelverkäufer.

Inspiriert durch:

  • http://www.chinoyray.com/
  • http://www.agloco.com
  • http://aglocobbbb1123.blogspot.com/
  • http://www.agloco.blog.de