Marktlücke

Biomimic Marketing

Unlängst sah ich mich eingeschweißten Nüssen gegenüber, auf die eine Abbildung von Nüssen geklebt waren. Warum nur? Der Vorteil von Verpackungsfolien ist doch gerade, dass sie durchsichtig sind! Ein ganz neuer Trend in der Verpackungsgestaltung heißt “Biomimic”, die Hülle soll getreu dem Motto “what you see is what you get” dem Inhalt angepasst sein. Oder kauft man da die Katze im mit Katzen bedruckten Sack?

Biomimic Marketing

Weiß gar nicht warum, aber mich erinnert die Verpackung dieser wässrigen Möchtegernmarmelade eher an ein Haarpflegeprodukt – gelungener ist da schon der japanische Bananen-Nektar: Geradezu surreal werden die Stützfalze des Terapaks zu Bananenenden umgelegt.

Duft-Jockeys und Wunderbäumchen

Erst seit dem Rauchverbot fällt auf, dass es in unseren Diskotheken ganz schön müffelt – der kalte Kippenmief der letzten Jahrzehnte hat sich tief ins Mauerwerk gefressen und ein Pulk tanzender Alkoholisierter trägt auch nicht gerade positiv zum Nasen-Ambiente bei. Eine große Marktlücke tut sich da nicht auf, aber die Nische ist noch nicht ausgereizt! (Nach Maiglöckchen duftende Fototapeten gibt es zum Beispiel noch nicht)

“Kräftige Ventilatoren verteilen dann die erzeugten Duftkompositionen begleitend zur Musik. Das Ganze läuft meist über 30 minütige Sets, bei denen sich unterschiedliche Duft- und Musik-Welten abwechseln. Zum Einsatz kommen ausschließlich organische Öle und aromatische Gewürze.” (Ideentower)

Auf die Dauer ist das aber keine Lösung – viel zu teuer für die Gastronomen! Es dürfte auch ähnliche Schwierigkeiten geben, wie bei dem Versuch in den 60er Jahren, den Riechfilm zu etablieren:

Leider funktionierte es nicht, wie beabsichtigt. Die vielen Zischgeräusche der Aromadüsen lenkten vom Film ab und das Publikum auf den Balkonen beschwerte sich, daß sie die Gerüche erst einige Sekunden nach der gezeigten Tätigkeit erreichten. In anderen Teilen des Theaters waren die Gerüche zu schwach, was die Zuschauer veranlasste laut zu schnüffeln, um den Geruch einzufangen. Diese technischen Probleme, in Verbindung mit negativen Berichten über den Film selbst, signalisierten das baldige Ende von Smell-O-Vision.

Man könnte auch mal wieder gründlich renovieren, bleiben allerdings die Schweiß- und Alkoholausdünstungen. Gegen die hilft nur bewährte Chemie, als da wären:

  • Wunderbaum: Der Wunder-Baum erfrischt die Luft in jedem Raum! Seit über 30 Jahren sorgt die Firma Böhm aus Schweinfurt mit ihren Baumelbäumchen hauptsächlich in Autos dafür, dass man nicht mehr das Fenster runterkurbeln muss, wenn man durch den Schwarzwald cruist. Berüchtigt sind die von Ihnen verursachten Vanillekopfschmerzen. Es soll helfen, die Folie immer nur Stück für Stück von dem Bäumchen zu ziehen (sieht allerdings doof aus). Wenn Böhm jetzt noch eine glitzernde Variante in sein Sortiment aufnimmt, könnte diese demnächst die Diskokugel ersetzen.
  • Febreze: Mit dem “Geruchsneutralisierer” verwandelt sich selbst aggressiver Turnschuhmief in einen zarten Frühlingsmorgen à la Kirschblüte & Magnolie. Bei Events ließen sich eigens dafür angeheuerte Febreze-Miezen einsetzen, die sich mit zauberhaften Zerstäubern unters Volk mischen.
  • Ohne Personalkosten und viel unaufdringlichfälliger geht es mit dem ganz neuen “Fresh Matic“: Er “versprüht seinen Duft automatisch und in programmierbaren Intervallen. Bis zu 60 Tage ganz von selbst.” (Und nein, es ist KEIN gesponserter Trigami-Link). Ein System für Großverbraucher gibt es leider noch nicht.

Bild von: Deine Heimat