Idee

Die Maggi-Kuh

Maggi-Kuh

Neulich träumte ich ernsthaft von einer “Maggi-Kuh”, von der ich dringend eine schlechte Montage basteln musste. Durch einen Werbespot von “Knorr Vie” wurde dieses seltsame Bild wieder in mein Bewusstsein gespült: Kann ein Tütensuppenhersteller denn wirklich glaubhaft etwas Gesundes - beispielsweise einen Smoothie verkaufen? Selbst in den USA, dem Herkunftsland des Smoothie, schmeißt man einfach ein paar frische Sachen in einen Mixer und kaum jemand käme auf die Idee, das als Fertigprodukt zu kaufen. Wünschenswert wäre schon eher, dass man hierzulande gefrorenes Orangensaftkonzentrat für den Privathaushalt kaufen kann! Ist doch viel sinnvoller, als das Zeug bereits mit Wasser verdünnt in Tetrapaks Heim zu schleppen. Der Smoothie aus der Plastikflasche jedenfalls stellt das genaue Gegenteil dieser Idee dar.

(Original-Kuh von stevoarnold)

Mr Proper’s Glatzenspeck

Glatzenspeck

Liebe Produktentwickler!

Ich liebe diese herben Duftstoffe, die Sie in Duschgele und Haar-Styling-Produkte reintun. Da ich leider keine Haare habe, sehne ich mich nach einem äquivalenten Produkt, einer Art Glatzen-Politur! Sie könnten auch einfach so tun, als gäbe es sowas seit hundert Jahren und es in hübsch knallige Vintage-Blechdosen abfüllen. Sie können im Winter gerne etwas Selbstbräuner beimengen und im Sommer einen Sonnenschutzfaktor. “Für geschmeidigen Glanz”, oder so.

Bei Interesse an der Vermarktung dieser Idee melden Sie sich doch einfach direkt über die Kommentarfunktion.

Falls Sie bereits längst so ein Produkt entwickeln, können Sie hier auch gerne dafür Reklame machen!

Die 200000 Bücher des Mr Parker

Mr. Parker gilt mit mehr als 200000 Büchern, wie die erweiterte Suche auf Amazon unter seinem Verlag zeigt, „zum meist veröffentlichten Autor in der Geschichte des Planeten“. Und er verdient Geld damit.

Unter anderem veröffentlichte er unter seinem Namen: „Das offizielle Patientennachschlagewerk zu Akne Rosacea“ ($ 24,95 und 168 Seiten lang), „Stickler-Syndrom: Bibliographie und Wörterbuch für Ärzte, Patienten und Genom-Forscher“ ($ 28,95 ür 126 Seiten); Und „Der Ausblick für 2007-2012: Waschbare Badematten in Indien“ ($ 495 für 144 Seiten).

Mr. Parker, der auch den Vorsitz der Professor für Informatik an einer Business School mit Campus in Fontainebleau, Frankreich und Singapur innehält, hat Computer-Algorithmen entwickelt, die alle öffentlich verfügbaren Informationen über ein Thema sammelt - sei es noch so abwegig – und die generierten Bücher dann als Book-On-Demand veröffentlicht.

Das klingt in den Ohren eines Laien wie glatter Betrug, ist es aber nicht. Mr. Parker hat lediglich einige provokative - und offenbar profitable - Vorstellungen davon, was ein Buch ausmacht. Während er von den gefragtesten seiner Bücher hunderte von Kopien verkaufen darf, wie er sagt, haben viele ihren Umsatz in den Dutzenden, manche medizinische Bibliothek sammelt fast alles, was er produziert.

Beim Betrachten eines Werkes wie dem über die „Aussichten für Bademattenumsätze in Indien“, fällt es dem Leser schwer, einen Satz zu finden, der tatsächliche von einem Computer neu „geschrieben“ wurde. Öffnet man so ein Buch, findet man einen Titel, eine detaillierte Übersicht über die Inhalte und viele, viele Seiten mit einleitenden allgemeinen Grafiken, angepasst an Inhalt und Genre.

Als noch nicht bekannt war, dass Mr. Parker’s Bücher computergeneriert sind, war einer seiner Leser, David Pascoe aus Australien, nah daran es selbst herauszufinden. In seinem Kommentar auf Amazon kritisierte er 2004 den Leitfaden für Rosacea (eine Hautkrankheit): „Das Buch dient eher als Vorlage für die allgemeine Gesundheits-Recherche, ist aber alles andere als spezifisch über Rosacea. Die Informationen sind von einem so allgemeinen Niveau, dass die Quelle für das nächstgelegene medizinischen Thema nur ein „Suchen und Ersetzen“ weit entfernt ist.“

Mr. Parker war bereit, vieles von dem zuzugeben, was Herr Pascoe ihm vorwarf. „Wenn Sie sich gut im Internet auskennen, ist das Buch für Sie nutzlos“, sagte er und fügte hinzu, dass Herr Pascoe es nicht habe kaufen müssen. „Aber, es gibt Menschen, die sich eben nicht im Internet auskennen - und die finden diese Bücher nützlich.“

Es ist die Idee der Automatisierung schwieriger oder langweiliger Arbeit, die Mr. Parker dazu brachte, sich damit zu beschäftigen. Er klingt ein weit entfernten Schüler von Henry Ford, wenn er sagt, er habe „den Weg des Buches in die Hände der Menschen auseinander genommen und wolle jeden nur erdenklichen Einzelschritt automatisieren.“ Er fügt hinzu: „Mein Ziel ist es nicht, den Computer Sätze formulieren zu lassen, aber er eignet sich für wiederholbare Aufgaben, die zu kostspielig sind, als dass man es anders macht.“

In einem Interview in San Diego beschrieb Mr. Parker, dass es einen Markt für sonst vernachlässigtes Publikum gibt. Das kann eine relativ obskure Sprache sein, oder eine relativ seltene Krankheit oder ein relativ spezielles Produkt.

Nehmen wir zum Beispiel die Studie über Badematten in Indien. „Nur eine Person in der Welt könnte das interessieren“ räumte er ein, „wahrscheinlich einen strategische Planer für eine multinationale Firma, die solche Dinger herstellt.“ Er weist darauf hin, dass ihn, sobald er den Computer darauf trainiert hat, die Daten über komplexe Berechnungen zur zukünftigen Umsatzentwicklung zusammenzustellen, jedes neue Buch nur rund 12 Cent plus den Strom kostet. Da diese Bücher erst auf Abruf gedruckt bzw. elektronisch geliefert werden, gewinnt er bereits nach dem ersten Verkauf.

Sein Unternehmen, die „Icon Group International“, verhilft dem Long Tail zum Leben – er generiert bedeutenden Gesamtumsatz durch die Addition von Zehntausenden so genannten „schlechtesten Kunden“.

„Ein bisschen künstliche Intelligenz in dem Computer-Programm imitiert die Gedanken von jemandem, der normalerweise eine solche Studie machen muss“, sagt Mr. Parker. „Aber statt der vielen Monate, die so eine Studie dauern würde, führt der Computer diese in etwa 13 Minuten aus.“

Geklaut von: NYT

Goldgräberstimmung

Im Netz ist ein wahrer Goldrausch ausgebrochen! Überall kann man erfahren, wie man mit seinem Blog oder in Second Life oder anderswie Geld abschöpfen kann - aus bloßen Ideen.

Mit einer Investition von nur 12,95 $ und ein paar durchgeackerten Poser-Tutorials z.B. kann man ein eigenes Geschäft betreiben. Oder es zumindest versuchen. Wolf und Claudia Kettner aus Remshalden machen das richtig professionell: Sie wissen, es reicht nicht, einen Shop zu haben, man muss ihn auch kräftig bewerben. Also schalten sie Banner- und regionale Radiowerbung. Noch bleiben die Besucherzahlen aus, aber schließlich muss man auch ein bisschen Geduld mitbringen.

Mein persönliches Highlight: “Sonderbriefmarken zur Drachenhausener Skulpturenausstellung” - kaufen kann man sie leider nicht. Aber prinzipiell glaube ich, in etwa das ist tatsächlich die Zukunft! Ach und liebe Familie Kettner: In Eurem Shop fehlt unbedingt ein Klingelton.

Duft-Jockeys und Wunderbäumchen

Erst seit dem Rauchverbot fällt auf, dass es in unseren Diskotheken ganz schön müffelt - der kalte Kippenmief der letzten Jahrzehnte hat sich tief ins Mauerwerk gefressen und ein Pulk tanzender Alkoholisierter trägt auch nicht gerade positiv zum Nasen-Ambiente bei. Eine große Marktlücke tut sich da nicht auf, aber die Nische ist noch nicht ausgereizt! (Nach Maiglöckchen duftende Fototapeten gibt es zum Beispiel noch nicht)

“Kräftige Ventilatoren verteilen dann die erzeugten Duftkompositionen begleitend zur Musik. Das Ganze läuft meist über 30 minütige Sets, bei denen sich unterschiedliche Duft- und Musik-Welten abwechseln. Zum Einsatz kommen ausschließlich organische Öle und aromatische Gewürze.” (Ideentower)

Auf die Dauer ist das aber keine Lösung - viel zu teuer für die Gastronomen! Es dürfte auch ähnliche Schwierigkeiten geben, wie bei dem Versuch in den 60er Jahren, den Riechfilm zu etablieren:

Leider funktionierte es nicht, wie beabsichtigt. Die vielen Zischgeräusche der Aromadüsen lenkten vom Film ab und das Publikum auf den Balkonen beschwerte sich, daß sie die Gerüche erst einige Sekunden nach der gezeigten Tätigkeit erreichten. In anderen Teilen des Theaters waren die Gerüche zu schwach, was die Zuschauer veranlasste laut zu schnüffeln, um den Geruch einzufangen. Diese technischen Probleme, in Verbindung mit negativen Berichten über den Film selbst, signalisierten das baldige Ende von Smell-O-Vision.

Man könnte auch mal wieder gründlich renovieren, bleiben allerdings die Schweiß- und Alkoholausdünstungen. Gegen die hilft nur bewährte Chemie, als da wären:

  • Wunderbaum: Der Wunder-Baum erfrischt die Luft in jedem Raum! Seit über 30 Jahren sorgt die Firma Böhm aus Schweinfurt mit ihren Baumelbäumchen hauptsächlich in Autos dafür, dass man nicht mehr das Fenster runterkurbeln muss, wenn man durch den Schwarzwald cruist. Berüchtigt sind die von Ihnen verursachten Vanillekopfschmerzen. Es soll helfen, die Folie immer nur Stück für Stück von dem Bäumchen zu ziehen (sieht allerdings doof aus). Wenn Böhm jetzt noch eine glitzernde Variante in sein Sortiment aufnimmt, könnte diese demnächst die Diskokugel ersetzen.
  • Febreze: Mit dem “Geruchsneutralisierer” verwandelt sich selbst aggressiver Turnschuhmief in einen zarten Frühlingsmorgen à la Kirschblüte & Magnolie. Bei Events ließen sich eigens dafür angeheuerte Febreze-Miezen einsetzen, die sich mit zauberhaften Zerstäubern unters Volk mischen.
  • Ohne Personalkosten und viel unaufdringlichfälliger geht es mit dem ganz neuen “Fresh Matic“: Er “versprüht seinen Duft automatisch und in programmierbaren Intervallen. Bis zu 60 Tage ganz von selbst.” (Und nein, es ist KEIN gesponserter Trigami-Link). Ein System für Großverbraucher gibt es leider noch nicht.

Bild von: Deine Heimat

Rumpfkluft

Was ich dazu zu sagen habe, steht in meinem BuchPersonalisierte Produkte sind nichts Neues: Der Conterna-Versand beschriftet schon seit Jahren Kugelschreiber - (und diese regenbogenfarbig schillernden Adressaufkleber, die man mal eine Weile auf sein Eigentum draufgepappt hat). Fotoabzüge sind ohnehin digital, inzwischen sind sogar Leinwanddrucke erschwinglich geworden. Auf E-Bay gibt es eine ganze Nische voll mit “Digital-Art“. Die Books-on-Demand haben sich noch nicht durchgesetzt - außer bei erfolglosen Autoren, die von dubiosen Verlagen immer wieder dringend gesucht werden… Sogar Kuchen kann man bedrucken lassen.

Baerte zu FlugschwartenAber langsam wird es spannend: Sie kommen - Produkte, die es noch gar nicht gibt. Erst wenn Leute das Produkt wirklich haben wollen, wird es auch hergestellt. Ein Riesen-Ding sind gerade T-Shirts. Jeder kann zum Mode-Designer werden und Geld verdienen - mit einer bloßen Idee. Auch viele andere Dinge lassen sich aus Modulen zusammensetzen, z.B. Möbel. Da kauft man ja genaugenommen nur Bretter mit Löchern, ein Tütchen voller Dübel und Schrauben und dazu eine lustige Anleitung. Gibts die auch bald zum selbstgestalten? Alles eine Frage der Logistik. Man darf gespannt sein.

Norwegian Free Energy Group

Ein hübsches Perpetuum Mobile

Seit spätestens der Renaissance träumen immer wieder Erfinder davon, einen Mechanismus zu finden, der Energie aus dem “Nichts” holt. Für die meisten, die sich in dieser Idee verstrickt haben, wurde das bald zu einem Alptraum. Aber sie haben heute immerhin die Möglichkeit, sich miteinander auszutauschen und Organisationen ins Leben zu rufen, die wenigstens ehrenhafte Absichten haben.

Denn, wenn es gelänge, einen “Generator” zu bauen, der quasi kostenlose Energie produziert - wäre zumindest dieses Problem auf unserem Planeten gelöst. Keiner würde sich für Erdöl die Hände schmutzig machen, telefonieren wäre viel billiger und man könnte jeden Tag baden!

Leider scheitert diese Idee an der plumpen Physik und inzwischen wird jeder entsprechende Antrag beim Deutschen Patentamt grundsätzlich abgelehnt.

Reindar Finsrud

Reidar Finsrud aus Finnland hat vermutlich eingesehen, dass ein Perpetuum Mobile, das sich zumindest eine beachtliche Weile selbst mit Energie versorgt, auch schon eine tolle Sache ist. Letztlich dient ein solches P.M. ja sowieso nur dem reinen Selbstzweck. (Und es lockt Besucher in Museen, die dann den Schöpfer für diesen Geniestreich huldigen - zu Recht!) Wen die technischen Details dazu interessieren - hier gibts ‘ne Gebrauchsanleitung.

Und dann gibt es da noch so einige seltsame Organisationen, die bisher unbekannte Energiequellen für die Menschheit nutzbar machen wollen. Energie könnte ja schließlich auch aus irgendwelchen ungeahnten Quantenzwichenräumen (oder so) abzuzapfen sein. Jan van Helsing, ein berühmter Verschwörungstheoretiker aus der Heimat, behauptet jedenfalls, dass die großen Energiekonzerne sich alle zusammengetan haben um uns im Glauben zu lassen, für ihre Produkte gäbe es keine kostenlosen Alternativen…