Humbug

Die Maggi-Kuh

Maggi-Kuh

Neulich träumte ich ernsthaft von einer “Maggi-Kuh”, von der ich dringend eine schlechte Montage basteln musste. Durch einen Werbespot von “Knorr Vie” wurde dieses seltsame Bild wieder in mein Bewusstsein gespült: Kann ein Tütensuppenhersteller denn wirklich glaubhaft etwas Gesundes – beispielsweise einen Smoothie verkaufen? Selbst in den USA, dem Herkunftsland des Smoothie, schmeißt man einfach ein paar frische Sachen in einen Mixer und kaum jemand käme auf die Idee, das als Fertigprodukt zu kaufen. Wünschenswert wäre schon eher, dass man hierzulande gefrorenes Orangensaftkonzentrat für den Privathaushalt kaufen kann! Ist doch viel sinnvoller, als das Zeug bereits mit Wasser verdünnt in Tetrapaks Heim zu schleppen. Der Smoothie aus der Plastikflasche jedenfalls stellt das genaue Gegenteil dieser Idee dar.

(Original-Kuh von stevoarnold)

Goldgräberstimmung

Im Netz ist ein wahrer Goldrausch ausgebrochen! Überall kann man erfahren, wie man mit seinem Blog oder in Second Life oder anderswie Geld abschöpfen kann – aus bloßen Ideen.

Mit einer Investition von nur 12,95 $ und ein paar durchgeackerten Poser-Tutorials z.B. kann man ein eigenes Geschäft betreiben. Oder es zumindest versuchen. Wolf und Claudia Kettner aus Remshalden machen das richtig professionell: Sie wissen, es reicht nicht, einen Shop zu haben, man muss ihn auch kräftig bewerben. Also schalten sie Banner- und regionale Radiowerbung. Noch bleiben die Besucherzahlen aus, aber schließlich muss man auch ein bisschen Geduld mitbringen.

Mein persönliches Highlight: “Sonderbriefmarken zur Drachenhausener Skulpturenausstellung” – kaufen kann man sie leider nicht. Aber prinzipiell glaube ich, in etwa das ist tatsächlich die Zukunft! Ach und liebe Familie Kettner: In Eurem Shop fehlt unbedingt ein Klingelton.

Hulda Clark und der Zapper

Viren, Bakterien und andere ‘Parasiten’ in wenigen Minuten wegzappen, das verspricht die Bioresonanzbehandlung nach Frau Dr. Clark. Egal ob Aids, Krebs, Borreliose, Diabetes oder Karies – alles kriegt man damit weg!

Alle Krankheiten sind nämlich auf böse Parasiten zurückzuführen und jeder Parasit hat eine ganz spezielle Frequenz, durch die er abgetötet werden kann. Krebs ist doch keine Infektionskrankheit, werden Sie sagen – doch, doch! ‘Es handelt sich um den menschlichen Darmegel.’ Und der ist letztlich für jede Krebsart verantwortlich (auch wenn er nur in China, Thailand, Indien und einigen weiteren Ländern Südostasiens heimisch ist).

Selbstgebastelter Zapper

Den wundervollen Zapper muss man übrigens nicht für teuer Geld kaufen, sondern ein jeder kann sich selber einen zusammenbasteln! Aber was ist denn das eigentlich und wie funktioniert er?

Der Zapper ist ein tragbarer, batteriebetriebener Rechteckfrequenz-Generator mit positiv gerichteten Impulsen und einer Nennfrequenz von 30kHz, beim Einsatz des Zappicators per Umschaltung von 1kHz und beim intrazellulären Einsätzen 63,4 kHz. Die Stromversorgung wird aus einer 9-V-Batterie realisiert.

Und so geht’s:

1. Schalten Sie das Gerät ein: Kippschalter nach rechts. Es leuchtet das rechte Lämpchen (LED grün) hell auf.
2. Nehmen Sie die Griffstücke in je eine Hand.
3. Zappen Sie jetzt 7 Minuten!
4. Nach 7 Minuten legen Sie eine Pause von 20 Minuten ein Zappen Sie nach der Pause weitere 7 Minuten.
5. Legen Sie eine weitere Pause von 20 Minuten ein
6. Zappen Sie noch mal 7 Minuten.
7. Danach schalten Sie das Gerät endgültig ab
8. Der Vorgang dauert insgesamt 61 Minuten.

Magische 3 Wiederholungen a 7 Minuten entfernen also sämtliche bösen Parasiten – mit einer popeligen 9-V-Batterie!

Achso, äh, seine Hand dafür ins Feuer legen möchte nicht mal der Autor ihrer offiziellen Website in Deutschland, wenn er schreibt:

Wir behaupten nicht, dass Dr. Clarks Ergebnisse von anderen Forschern bestätigt wurden oder dass klinische Forschung betrieben wurde. Wir fordern Sie auf, zu lesen und die Wahrheit für sich selbst herauszufinden.

Eine von Clark und ihrem Sohn Geoffrey in Mexiko betriebene Klinik wurde 2001 von den Gesundheitsbehörden gottseidank geschlossen – der Zapper aber und andere dubiose Produkte finden sich zigtausenfach im Netz.

Quellen:

Mondgrundstücke und Sternentaufen

“Sie suchen ein unvergängliches Geschenk? Ein unvergängliches Präsent, das Jahrmillionen überdauert?” Na dann sollten Sie unbedingt bei 4Micromax vorbeischauen, dem einzigen “Anbieter von Sterntaufen, welchem von Ebay der schwer erreichbare Status “Powerseller” verliehen wurde“. Hoho!

Mondgrundstück in einem Ebayshop

Nun gibt es in der Tat noch unzählige andere Anbieter, die Mondgrundstücke und Sterntaufen vertreiben. Genaugenommen verschicken sie nur selbstausgedruckte Urkunden, die so um die 10-20 Euro kosten und tragen dann den “neuen Namen” der Sterne in eine eigene obskure Datenbank ein. Eines dieser Register ist die Global Star Agency ein anderes die International Outer Space Federation (die übrigens beide noch nach neuen Vertriebspartnern suchen!). Ganz so global / international agieren diese fragwürdigen Agenturen übrigens nicht, die Seiten sind komplett in deutscher Sprache gehalten…

Manche Anbieter verzichten sogar auf ein solches Register: “Aus Erfahrungen wissen wir, dass 95% aller Käufer ihren Eintrag nicht verfolgen. Die Taufpaten sind eher daran interessiert Ihren Stern anzuschauen, statt zu schauen auf welcher Seite in irgendein Register die Taufe vermerkt wurde. Ihr Stern ist nicht bewohnbar, ein Eintrag ist daher nicht von Nöten. Ihr Taufstern wird Ihnen oder den Liebsten in der Praxis viel mehr Freude bereiten.

Ähnlich verhält es sich mit Grundstücken auf dem Mond. Durch eine angebliche Gesetzeslücke soll es Firmen möglich sein, Grundstücke zu verkaufen, obwohl der Mond rechtlich niemandem gehört. Und das Beste: “Die Mondoberfläche beträgt ca. 38 Millionen km² (37.932.328,099 km²), daraus ergeben sich ca. 38 Milliarden Grundstücke zu 1.000m².” Falls das nicht reicht, gibt es ja noch Venus, Mars und all die anderen.

Was fängt man nun an mit so einem Grundstück auf dem Mond? “Laut Weltraumvertrag “Outer Space Treaty” dürfen die Grundstücke oder Anteile nur für friedliche Zwecke genutzt werden. Weiters dürfen sie keine Massenvernichtungswaffen stationieren. Sie dürfen jederzeit auf ihrem Grundstück oder Anteil eine Station errichten.” Na immerhin. Tatsächlich ist dieser Vertrag ziemlich umstritten: “Die Beanspruchung eines Grundstücks ist beliebig und ohne Rechtsbindung.” Eigentlich besagt dieser Vertrag, auf den sich all die Sterntäufer berufen, dass “Grundstücke” im Weltraum ALLEN Menschen gehören sollen.

Hier noch ein paar Ideen für findige Geschäftsleute: Es gibt doch auch noch haufenweise Galaxien, Nebel und Meteoritenströme, die kryptische Namen haben – die könnte man doch gleich im Bundle anbieten! Hübsch fände ich auch Restposten mit Sternen, die schon in ein paar tausend Jahren verglühen…

Quellen: