Gesetzeslücke

Mondgrundstücke und Sternentaufen

“Sie suchen ein unvergängliches Geschenk? Ein unvergängliches Präsent, das Jahrmillionen überdauert?” Na dann sollten Sie unbedingt bei 4Micromax vorbeischauen, dem einzigen “Anbieter von Sterntaufen, welchem von Ebay der schwer erreichbare Status “Powerseller” verliehen wurde“. Hoho!

Mondgrundstück in einem Ebayshop

Nun gibt es in der Tat noch unzählige andere Anbieter, die Mondgrundstücke und Sterntaufen vertreiben. Genaugenommen verschicken sie nur selbstausgedruckte Urkunden, die so um die 10-20 Euro kosten und tragen dann den “neuen Namen” der Sterne in eine eigene obskure Datenbank ein. Eines dieser Register ist die Global Star Agency ein anderes die International Outer Space Federation (die übrigens beide noch nach neuen Vertriebspartnern suchen!). Ganz so global / international agieren diese fragwürdigen Agenturen übrigens nicht, die Seiten sind komplett in deutscher Sprache gehalten…

Manche Anbieter verzichten sogar auf ein solches Register: “Aus Erfahrungen wissen wir, dass 95% aller Käufer ihren Eintrag nicht verfolgen. Die Taufpaten sind eher daran interessiert Ihren Stern anzuschauen, statt zu schauen auf welcher Seite in irgendein Register die Taufe vermerkt wurde. Ihr Stern ist nicht bewohnbar, ein Eintrag ist daher nicht von Nöten. Ihr Taufstern wird Ihnen oder den Liebsten in der Praxis viel mehr Freude bereiten.

Ähnlich verhält es sich mit Grundstücken auf dem Mond. Durch eine angebliche Gesetzeslücke soll es Firmen möglich sein, Grundstücke zu verkaufen, obwohl der Mond rechtlich niemandem gehört. Und das Beste: “Die Mondoberfläche beträgt ca. 38 Millionen km² (37.932.328,099 km²), daraus ergeben sich ca. 38 Milliarden Grundstücke zu 1.000m².” Falls das nicht reicht, gibt es ja noch Venus, Mars und all die anderen.

Was fängt man nun an mit so einem Grundstück auf dem Mond? “Laut Weltraumvertrag “Outer Space Treaty” dürfen die Grundstücke oder Anteile nur für friedliche Zwecke genutzt werden. Weiters dürfen sie keine Massenvernichtungswaffen stationieren. Sie dürfen jederzeit auf ihrem Grundstück oder Anteil eine Station errichten.” Na immerhin. Tatsächlich ist dieser Vertrag ziemlich umstritten: “Die Beanspruchung eines Grundstücks ist beliebig und ohne Rechtsbindung.” Eigentlich besagt dieser Vertrag, auf den sich all die Sterntäufer berufen, dass “Grundstücke” im Weltraum ALLEN Menschen gehören sollen.

Hier noch ein paar Ideen für findige Geschäftsleute: Es gibt doch auch noch haufenweise Galaxien, Nebel und Meteoritenströme, die kryptische Namen haben - die könnte man doch gleich im Bundle anbieten! Hübsch fände ich auch Restposten mit Sternen, die schon in ein paar tausend Jahren verglühen…

Quellen:

9Live Zuschauerschutz

Aus Gründen der „Fairness” und zum „Schutze” des Verbrauchers hat die ProSiebenSat.1 Media AG vorgeschlagen, dass in den Call-in-Shows zukünftig nur noch nach Begriffen gesucht werden darf, die mindestens 100 Treffer bei Google haben.

Ein Linguist würde sich die Haare raufen! Google ist doch kein ernstzunehmendes Wörterbuch. Imposant ist hier die Ausbeute bereits bei Wörtern wie Klofußumpuschelung (608) oder Haarfärbesteuer (435). Nicht zu vergessen sind natürlich auch beliebte Rechtschreibfehler, die logischerweise auch von Google abgebildet werden. Wenn ich ein neues Wort erfinde und auf meine Internetseite schreibe, finde ich es spätestens nach einem Tag mit jener Wundermaschine (siehe auch Käsefußmarmelade).

Es sollte wohl reichen, nach Dingen zu fragen, die es ganz offiziell gibt. z.B. “Tiere”. Oder “Steuern”. Ich fand die Spiele anfangs wirklich brilliant, muss ich gestehen. Von Betrug kann keine Rede sein, die Regeln sind eindeutig, das Spiel ist leicht zu durchschauen und ständig sind Zuschauer in der Leitung. Man muss nicht einmal sonderlich exotische Tiere nehmen. Die Chance, das richtige Tier zu treffen, ist absolut gering - mal ganz davon abgesehen, dass die Chance, überhaupt durchzukommen, minimal sind.

Quellen: