Experimentalküche

Der Absatz des Tages

Niederländische Psychologen um Rob Holland haben Probanden in einen kaum merkbar mit Zitronenduft parfümierten Raum gesetzt. Die Probanden erkannten in einem ersten Test viel schneller als die Kontrollgruppe Wörter, die mit Sauberkeit zu tun hatten. Als sie auflisten sollten, was sie im Laufe des Tages noch vorhatten, schrieben 36 Prozent (im Vergleich zu 11 Prozent) etwas auf, das mit Putzen zu tun hatte. Und als sie nach dem Experiment einen Keks essen durften, wandte die dem Duft ausgesetzte Gruppe viel mehr Zeit dafür auf, die Krümel zu entfernen.

Der ganze wunderbare Artikel in der Zeit. (via Twittertim.es)

Die Maggi-Kuh

Maggi-Kuh

Neulich träumte ich ernsthaft von einer “Maggi-Kuh”, von der ich dringend eine schlechte Montage basteln musste. Durch einen Werbespot von “Knorr Vie” wurde dieses seltsame Bild wieder in mein Bewusstsein gespült: Kann ein Tütensuppenhersteller denn wirklich glaubhaft etwas Gesundes – beispielsweise einen Smoothie verkaufen? Selbst in den USA, dem Herkunftsland des Smoothie, schmeißt man einfach ein paar frische Sachen in einen Mixer und kaum jemand käme auf die Idee, das als Fertigprodukt zu kaufen. Wünschenswert wäre schon eher, dass man hierzulande gefrorenes Orangensaftkonzentrat für den Privathaushalt kaufen kann! Ist doch viel sinnvoller, als das Zeug bereits mit Wasser verdünnt in Tetrapaks Heim zu schleppen. Der Smoothie aus der Plastikflasche jedenfalls stellt das genaue Gegenteil dieser Idee dar.

(Original-Kuh von stevoarnold)

Kochen mit dem Akkuschrauber

Avantgardistische Gaumenfreuden kommen aus Spanien, aus der Experimentalküche von Ferran Adrià – dem einflussreichsten Koch der Welt – sagt der Stern, aber der probiert diesen Sommer auch schon wieder neue Leser mit seiner Serie “Sex im Zeitalter der Globalisierung” für sich zu gewinnen!

Nee, nee, der Ferran ist zur Zeit in aller Munde, kein Kulturmagazin, das nicht schon über ihn berichtet hätte – immerhin hat ihn sogar die weltbeste Kunstausstellung eingeladen – die Documenta in Kassel. Er wollte sich nur leider nicht dafür hergeben, seine bizarren Schnittchen für die wichtigen Kunstfritzen zum Prosecco anzubieten und deswegen blieb er daheim.

Eine reizvolle Küche jedenfalls für Leute, die früher nie einen Chemiebaukasten haben durften. Vielleicht brachte deswegen sogar der Männersender DMAX neulich ein Portrait über Adrià. Da seine Kochbücher leider um die 160 Kröten kosten, probiere ich nun seit Tagen, nur anhand der vagen Andeutungen im Stern, diese Olivenöl-Diabetikerstärke-Lockenwickler nachzukochen. Es ist mir tatsächlich gelungen!

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