Spaghetti-Wurst-Tutorial

(via fraencko)
Vielleicht wundert man sich darüber, warum es hier in lezter Zeit so ruhig ist. An merkwürdigen Themen mangelt es nicht. In mageren Zeiten kann ich immer auf Entwürfe wie “Die Geschichte der Haarentfernung” zurückgreifen oder klaue frech von einem anderen Blog. Irgendein lustiges neues Ding, das uns von den wahren … (vielleicht ‘Strapazen’ oder ‘Beschwernissen’ oder so) des Lebens ablenken soll, findet sich meistens. Ich hätte auch noch ein tolles Quasi-Nackt-Bild von Putin!

Seit Monaten sammle ich außerdem Material für eine Tabelle darüber, was man so alles während des ganzen Lebens unwillkürlich verspeist. Fliegen beim Fahrradfahren, Spinnen, die einem nachts in den Mund krabbeln… Eine durchschnittliche Frau schafft z.B. mehrere Lippenstifte pro Leben. Die Datenbank des nutzlosen Wissens weiß leider nicht, wieviele das sind, aber, dass die meisten Lippenstifte Fischgräten und Fischschuppen enthalten. Außerdem gibt es da einen gewissen französischen Entertainer namens Michel Lotito, der ganz willkürlich noch ganz andere Sachen verspeist:
Er verfügt über die ungewöhnliche Fähigkeit, große Mengen von Metall und Glas verzehren zu können, ohne dass dabei seine Gesundheit Schaden nimmt. Röntgenaufnahmen beweisen, dass sein Magen am Tag bis zu 900 Gramm Metall aufnehmen kann. Der aus Grenoble stammende Künstler tritt überall in der Welt auf und gibt Kostproben seiner erstaunlichen Esskunst. Seit 1966 hat er schon 18 Fahrräder, 15 Supermarktwagen, sieben Fernseher, sechs Leuchter, zwei Betten, ein Paar Ski, ein Leichtflugzeug der Marke Cessna, einen Computer und einen Sarg (mit den Griffen) gegessen. Er zerkleinert die Gegenstände mit einer Elektrosäge in mundgerechte Happen, die er dann einfach hinunterschluckt. “Die Fahrradkette”, soll er gesagt haben, “ist am leckersten gewesen.” (Quelle: Wikipedia)

Avantgardistische Gaumenfreuden kommen aus Spanien, aus der Experimentalküche von Ferran Adrià – dem einflussreichsten Koch der Welt – sagt der Stern, aber der probiert diesen Sommer auch schon wieder neue Leser mit seiner Serie “Sex im Zeitalter der Globalisierung” für sich zu gewinnen!
Nee, nee, der Ferran ist zur Zeit in aller Munde, kein Kulturmagazin, das nicht schon über ihn berichtet hätte – immerhin hat ihn sogar die weltbeste Kunstausstellung eingeladen – die Documenta in Kassel. Er wollte sich nur leider nicht dafür hergeben, seine bizarren Schnittchen für die wichtigen Kunstfritzen zum Prosecco anzubieten und deswegen blieb er daheim.
Eine reizvolle Küche jedenfalls für Leute, die früher nie einen Chemiebaukasten haben durften. Vielleicht brachte deswegen sogar der Männersender DMAX neulich ein Portrait über Adrià. Da seine Kochbücher leider um die 160 Kröten kosten, probiere ich nun seit Tagen, nur anhand der vagen Andeutungen im Stern, diese Olivenöl-Diabetikerstärke-Lockenwickler nachzukochen. Es ist mir tatsächlich gelungen!