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Neues von den ORBs

Orbs als ungebetene Gäste bei einer fröhlichen Geburtstagsparty

Auch wenn es eine absolut simple und auch einleuchtende Erklärung dafür gibt, wie die “Orbs” auf digitale Blitzlichtfotos gelangen, ist es fantastisch, was der ein odere andere für eine Erklärung dafür parat hat:

…die einen sagen, es sind Urahnen, Urgeister, Erdgeister, Elementarwesen, die anderen nennen es reisende Außerirdische, Wesen aus Paralleldimensionen oder verstorbene “Spirits”, die zu sehr an ihrem Begierdekörper hängen und daher in Form eines Orbs ihr Dasein verrichten müssen oder bewußt den Weg in höhere Sphären verweigern und somit einer psychotischen Persönlichkeit ähneln, weil sie ihre Besessenheit nicht in den Griff bekommen. (…) Abgesehen davon sagen manche sie seien so etwas wie die Aufzeichnungsrekorder für die Akasha Chroniken…

Ja, wer weiß? Ich finde, man muss sich da auch gar nicht festlegen. Bin sehr gespannt, ob in dem Buch (hey, ich will auch so einen eigenen Amazon-Shop), das auf dieser Seite beworben wird, auch einfach munter drauflosbehauptet wird:

Zwar gibt es immer noch Menschen, die die Meinung vertreten, dass diese Lichtkugel aufgrund von Verschmutzungen der Linse oder Staub- und Dreckpartikel in der Luft auftreten, doch dies ist nicht konform mit der Erkenntnis von Wissenschaftlern: Es steht fest, dass es sich nicht um Partikel in der Luft noch irgendwelchen Lichtquellen der Kamera (wie z.B. der Blitz) handelt. Zwar sind sich nicht alle Wissenschaftler einig, was genau diese Phenomene auslösen, doch dass es sich um eine ausserhalb der Kamera befindlichen Lichtquelle handelt, sind sie sich einig.

Fake Orbs

Ich selber kann manchmal übrigens ORBs auch ganz ohne Digitalkamera wahrnehmen! Nämlich dann, wenn ich in die Sonne gucke und zufällig gerade eine Bakterie oder so unter meiner Kontaktlinse entlang schwimmt. Meistens bedeutet das auch, dass ich dringend mal wieder die Monatslinsen wechseln sollte…

Nichtsdestotrotz habe ich aus vielen hübschen ORB-Fotos ein Stempel-Set für den GIMP zusammengestellt, das es jedem ermöglicht, aus langweiligen Blitzlichtfotos mit wenigen Klicks mysteriöse Erscheinungen zu zaubern – sogar ganz ohne Staub!

Bilder-Suchtipp: orbs with faces

Die 200000 Bücher des Mr Parker

Mr. Parker gilt mit mehr als 200000 Büchern, wie die erweiterte Suche auf Amazon unter seinem Verlag zeigt, „zum meist veröffentlichten Autor in der Geschichte des Planeten“. Und er verdient Geld damit.

Unter anderem veröffentlichte er unter seinem Namen: „Das offizielle Patientennachschlagewerk zu Akne Rosacea“ ($ 24,95 und 168 Seiten lang), „Stickler-Syndrom: Bibliographie und Wörterbuch für Ärzte, Patienten und Genom-Forscher“ ($ 28,95 ür 126 Seiten); Und „Der Ausblick für 2007-2012: Waschbare Badematten in Indien“ ($ 495 für 144 Seiten).

Mr. Parker, der auch den Vorsitz der Professor für Informatik an einer Business School mit Campus in Fontainebleau, Frankreich und Singapur innehält, hat Computer-Algorithmen entwickelt, die alle öffentlich verfügbaren Informationen über ein Thema sammelt – sei es noch so abwegig – und die generierten Bücher dann als Book-On-Demand veröffentlicht.

Das klingt in den Ohren eines Laien wie glatter Betrug, ist es aber nicht. Mr. Parker hat lediglich einige provokative – und offenbar profitable – Vorstellungen davon, was ein Buch ausmacht. Während er von den gefragtesten seiner Bücher hunderte von Kopien verkaufen darf, wie er sagt, haben viele ihren Umsatz in den Dutzenden, manche medizinische Bibliothek sammelt fast alles, was er produziert.

Beim Betrachten eines Werkes wie dem über die „Aussichten für Bademattenumsätze in Indien“, fällt es dem Leser schwer, einen Satz zu finden, der tatsächliche von einem Computer neu „geschrieben“ wurde. Öffnet man so ein Buch, findet man einen Titel, eine detaillierte Übersicht über die Inhalte und viele, viele Seiten mit einleitenden allgemeinen Grafiken, angepasst an Inhalt und Genre.

Als noch nicht bekannt war, dass Mr. Parker’s Bücher computergeneriert sind, war einer seiner Leser, David Pascoe aus Australien, nah daran es selbst herauszufinden. In seinem Kommentar auf Amazon kritisierte er 2004 den Leitfaden für Rosacea (eine Hautkrankheit): „Das Buch dient eher als Vorlage für die allgemeine Gesundheits-Recherche, ist aber alles andere als spezifisch über Rosacea. Die Informationen sind von einem so allgemeinen Niveau, dass die Quelle für das nächstgelegene medizinischen Thema nur ein „Suchen und Ersetzen“ weit entfernt ist.“

Mr. Parker war bereit, vieles von dem zuzugeben, was Herr Pascoe ihm vorwarf. „Wenn Sie sich gut im Internet auskennen, ist das Buch für Sie nutzlos“, sagte er und fügte hinzu, dass Herr Pascoe es nicht habe kaufen müssen. „Aber, es gibt Menschen, die sich eben nicht im Internet auskennen – und die finden diese Bücher nützlich.“

Es ist die Idee der Automatisierung schwieriger oder langweiliger Arbeit, die Mr. Parker dazu brachte, sich damit zu beschäftigen. Er klingt ein weit entfernten Schüler von Henry Ford, wenn er sagt, er habe „den Weg des Buches in die Hände der Menschen auseinander genommen und wolle jeden nur erdenklichen Einzelschritt automatisieren.“ Er fügt hinzu: „Mein Ziel ist es nicht, den Computer Sätze formulieren zu lassen, aber er eignet sich für wiederholbare Aufgaben, die zu kostspielig sind, als dass man es anders macht.“

In einem Interview in San Diego beschrieb Mr. Parker, dass es einen Markt für sonst vernachlässigtes Publikum gibt. Das kann eine relativ obskure Sprache sein, oder eine relativ seltene Krankheit oder ein relativ spezielles Produkt.

Nehmen wir zum Beispiel die Studie über Badematten in Indien. „Nur eine Person in der Welt könnte das interessieren“ räumte er ein, „wahrscheinlich einen strategische Planer für eine multinationale Firma, die solche Dinger herstellt.“ Er weist darauf hin, dass ihn, sobald er den Computer darauf trainiert hat, die Daten über komplexe Berechnungen zur zukünftigen Umsatzentwicklung zusammenzustellen, jedes neue Buch nur rund 12 Cent plus den Strom kostet. Da diese Bücher erst auf Abruf gedruckt bzw. elektronisch geliefert werden, gewinnt er bereits nach dem ersten Verkauf.

Sein Unternehmen, die „Icon Group International“, verhilft dem Long Tail zum Leben – er generiert bedeutenden Gesamtumsatz durch die Addition von Zehntausenden so genannten „schlechtesten Kunden“.

„Ein bisschen künstliche Intelligenz in dem Computer-Programm imitiert die Gedanken von jemandem, der normalerweise eine solche Studie machen muss“, sagt Mr. Parker. „Aber statt der vielen Monate, die so eine Studie dauern würde, führt der Computer diese in etwa 13 Minuten aus.“

Geklaut von: NYT