Spammen ist ein mühsamer und zeitraubender Beruf: “Ständig ist (der Spammer – sie selber nennen sich “Affiliates“) auf der Suche nach Partnerprogrammen, mit denen er Geld verdienen kann.” Rolf P.* ist so einer – und er hat es satt, von Server-Administratoren “wie ein dummer Junge behandelt zu werden”, wenn er mal ein paar Fragen hat. Er braucht auch “nicht viel HD eventuell 40 GB” – das war 2002.
rotlichtphoto.de und xxx-palace.de stehen “evtl. zum Verkauf”, solange bleiben sie typische Parkplätze. Ja, das waren noch Zeiten, als man mit geschickt angelegten Pornolabyrinthen Geld verdienen konnte! An vielen Arbeitsplätzen dieser Erde dürften obszöne, nicht wegklickbare Pop-Up-Fenster für rote Köpfe gesorgt haben. Vorbei, vorbei.
Inzwischen hat der gute Herr P.* harmlosere Inhalte auf seinen Seiten und verdient an Leuten, die sich bei Google verirrt haben und dann auch noch eine Google-Anzeige anklicken. Ganz schön ausgefuchst. Seine Firma P.* sieht zwar auch aus wie ein Parkplatz, ist offiziell aber ein “Webverzeichnis”. Er gibt Pressemeldungen heraus, für die er sich selbst interviewt hat:
Das Internet ist erwachsen geworden (…) “Web 2.0 wird Teil des normalen Lebens”, prophezeit Rolf P.* von der P. GbR* in S., dem Betreiber von XXX.de* (…) Plattform-Anbieter wie XXX.de stellen die dazu notwendige technische Infrastruktur zur Verfügung und bestimmen die Spielregeln.
Außerdem betreibt er unter dem unglaubwürdigen Pseudonym Savanna* ein “Blog der das Web bewegt und User interessiert”. Man mag nicht so recht glauben, dass für die ermüdenden Beiträge der suchmaschinenoptimierten Themenpalette ein so niedliches Mädchen verantwortlich ist. Zum Thema Klingelton etwa heißt es:
Wer sein Handy von anderen Handys abheben will, entscheidet sich meist für einen besonderen Klingelton. Wenn dann jemand anruft, weiß man automatisch, wesen Handy klingelt, und es kommt nicht zu Verwechslungen. Klingeltöne kann man sich zum Beispiel im Internet runter laden. Sie lassen sich in verschiedene Spaten einteilen…
Hier noch ein schön gehässiger Plausch unter Spammern, der zeigt, dass die sich auch untereinander nicht so mögen.
“Mir ist nur peinlich das soeiner wie Du auch noch im gleichen Ort wohnt wie ich. Wenn es der Shop ist an dem ich täglich vorbei fahre wünsch ich Dir das Du bald pleite gehen mögest.”
*Name, Firmennamen und Domains geändert – es lag mir fern, Herrn P. persönlich zu beleidigen. Satire ist nicht jedermanns Sache. Ich finde aber wohl, dass sie erlaubt und angebracht ist, wenn jemand sich derart im Netz präsentiert. (20.08.209)
Kategorie: Portrait, Sphärenrauschen, Trash