Aktion “Lebendiges Deutsch”

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Gegen die böse “Anglomanie” (gibts da kein gutes deutsches Wort für?) ruft die Aktion “Lebendiges Deutsch” zu einem Wortfindungswettbewerb auf: Die hochkarätige Jury berät dann und gibt Sprachempfehlungen heraus – denen ich allerdings wenig Anwendung prophezeie:

  • Schnellkost” gegenüber Fastfood wirkt ein bisschen altertümlich und “Eilmampf” ist zwar originell, wird sich aber vermutlich höchstens auf T-Shirts durchsetzen, die keiner trägt. Wie wärs denn, wenn man den guten Imbiss oder gar Schnellimbiss wieder aufwärmte (die Profis nennen das übrigens Regenerieren)? Dafür ist es noch nicht zu spät!
  • Pay-TV in “Zahlkanal” umzumünzen, finde ich geradezu mutwillig. Da gefällt mir Bezahlfernsehen besser, das ist viel deutscher!
  • “E-Müll” für Spam ist mir zu stammtischig! Und wenn man weiß, wo die Wurzeln dieses Wortes liegen, will man auch gar kein anderes Wort dafür erfinden.
  • Laptop zu “Klapprechner”? Das ginge gerade noch so durch. Im Badischen würde ich vorschlagen, sollte man beim Läbbtob oder Läbbi bleiben, in Hessen kann man getrost auf den Glabbreschnää umsteigen.
  • Am “Prallkissen” kann man gut erkennen, wie willkürlich die zu reformierenden Begriffe von dem Verein ausgewählt wurden. Der gute Airbag ist wunderbar kurz und griffig. Wenn der grausige “Exit-Bag” etwas populärer wäre, würde der Verein sicher Selbsttötungstüte vorschlagen. In der Autowerbung jedenfalls haben weder dralle noch pralle Kissen eine Chance.

Das einzige, was man tatsächlich überdenken könnte ist “Hingeher” für Event. Das ist treffend und klingt nach Hingucker – der in meinen Augen auch der bessere “Eyecatcher” ist. Ja, der Hingeher hat Potenzial und ich bin überzeugt, dass bald nur noch die Leute “Event” sagen werden, die auch “ins Aqua-Fitness gehen”.

Übrigens!

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